Blog

Seychellen 2026 – Drei Freundinnen, ein Dreimaster und jede Menge Geschichten (Steffi Presske)

Posted on 20th July 2026

 

Manche Reisen plant man monatelang. Andere beginnen eigentlich schon lange vorher, in Gesprächen bei einem Glas Wein, mit geteilten Träumen und der Frage: „Wo fahren wir als Nächstes hin?“

Für uns führte die Antwort im Mai 2026 auf die Seychellen.

Was folgte, waren zwei Wochen voller türkisfarbener Buchten, Segelabenteuer, Riesenschildkröten, spontaner Fotoshootings und einer ganzen Reihe von Momenten, die man so nicht planen kann.

 

 

Endlich unterwegs

Wir starteten alle von unterschiedlichen Orten. Sabine machte sich von Hamburg auf den Weg, Steffi flog von Kapstadt und Katrin reiste aus Berlin an. Wir waren also über verschiedene Kontinente verteilt, hatten aber alle dasselbe Ziel vor Augen: die Seychellen.

Schon beim Anflug auf Mahé wurde uns klar, warum Menschen aus aller Welt hierherkommen. Kleine grüne Inseln verstreut im Indischen Ozean, umgeben von Wasser in allen erdenklichen Blau- und Türkistönen. Dazu die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Kein schlechter Start in den Urlaub.

Nach und nach trafen wir auf Mahé in unserem kleinen Chateau Elysium Hotel ein. Beim Frühstück mit Blick aufs Meer wurde aus Vorfreude Realität.

Natürlich zog es uns direkt an den Beau Vallon Beach. Barfuß durch den Sand, warmes Wasser, tropische Temperaturen. Innerhalb weniger Minuten war der Alltag plötzlich sehr weit weg.

 

Willkommen an Bord der Sea Star

Kurze Zeit später brachte uns Steve, unser Taxifahrer, nach Victoria Harbour. Dort wartete bereits unser Zuhause für die kommende Woche: die Sea Star, ein wunderschöner Dreimaster von Silhouette Cruises.

Zur Begrüßung gab es frische Kokosnüsse. Wenig später wurden die Leinen gelöst und wir segelten hinaus in die Inselwelt der Seychellen.

Schnell merkten wir, dass diese Reise nicht nur von den Orten leben würde, die wir besuchten. Es waren vor allem die Menschen an Bord, die sie besonders machten.

Da waren Udo und Birgitt aus Thüringen, Tina und Wolfham, Caro und Juri, Leni und Leo, Benno und Wilma sowie viele weitere Mitreisende, mit denen wir innerhalb weniger Tage lachten, Geschichten austauschten und so manche Sundowner-Stunde verbrachten.

Auch die Crew war etwas Besonderes. Kapitän Steve hatte jederzeit alles im Griff, Sean kümmerte sich um die Taucher, und Micheal aus Sri Lanka sorgte dafür, dass niemand hungrig blieb. Seine Abendessen entwickelten sich schnell zu einem täglichen Highlight.

Jeden Abend läutete um 19 Uhr die Glocke zum gemeinsamen Dinner. Spätestens dann versammelte sich die gesamte Sea-Star-Familie an einem Tisch.

 

 

Strände, die selbst auf Postkarten übertrieben wirken

In den nächsten Tagen erkundeten wir einige der schönsten Ecken der Seychellen.

Im Baie Ternay Marine National Park verbrachten wir Stunden zwischen Strand, Schnorcheln, Kajakfahren und Stand-up-Paddling. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns eine kleine Lagune mit einem Seil, das von einem Baum hing. Innerhalb weniger Minuten waren wir wieder Kinder und schwangen uns lachend ins Wasser.

Dann kam Anse Lazio.

Jeder kennt diese Fotos von den Seychellen. Weißer Sand. Riesige Granitfelsen. Wasser in einer Farbe, die fast unwirklich aussieht.

Anse Lazio ist einer dieser seltenen Orte, bei denen die Realität tatsächlich besser aussieht als die Bilder.

Als Sabine den Strand zuerst erreichte, versuchte sie uns anzurufen. Aufgrund der eher kreativen Handyverbindung klang ihr Anruf allerdings ungefähr so, als wäre gerade ein Notfall eingetreten – so beeindruckt war sie! Wir sollten sofort kommen….

Wenige Minuten später paddelten wir mit unseren SUPs in Rekordgeschwindigkeit Richtung Strand.

Nach unserer Ankunft war sofort klar: Der Einsatz hatte sich gelohnt.

 

La Digue – unsere Insel

Wenn wir uns heute entscheiden müssten, welche Insel uns am besten gefallen hat, würde die Antwort ziemlich eindeutig ausfallen.

La Digue.

Hier bewegt man sich am besten mit dem Fahrrad fort. Keine Hektik. Kein Verkehr. Einfach schmale Wege, tropische Vegetation und ein Strand nach dem anderen.

Natürlich entstand bereits am ersten Strand das obligatorische Fotoshooting. Besonders die berühmte schräg gewachsene Palme hatte es uns angetan. Wer dort vorbeikommt und kein Foto macht, verpasst vermutlich eine inoffizielle Pflichtübung der Seychellen.

Zwischendurch stärkten wir uns mit den Lunchpaketen unseres Kochs, gönnten uns Smoothies bei Karim’s Bar und verbrachten Stunden damit, aufs Meer zu schauen und über Gott und die Welt zu reden.

Manchmal sind genau das die besten Urlaubstage. Kein Programm. Kein Zeitplan. Einfach sein.

 

 

Die stillen Stars der Reise

Auf Curieuse Island trafen wir auf die wohl entspanntesten Bewohner der Seychellen: die Aldabra-Riesenschildkröten.

Sie bewegen sich langsam, lassen sich von nichts aus der Ruhe bringen und wirken, als hätten sie das Geheimnis eines stressfreien Lebens längst verstanden.

Einer meiner schönsten Momente der gesamten Reise entstand völlig ungeplant.

Nachdem die meisten Besucher die Insel bereits verlassen hatten, saß ich allein auf einer kleinen Bank zwischen den Schildkröten. Kein Lärm. Keine Menschen. Nur das Rascheln der Blätter, das Meer in der Ferne und diese beeindruckenden Tiere um mich herum.

Es war einer dieser seltenen Augenblicke, in denen man einfach still wird.

Nicht wegen dem, was man sieht.

Sondern wegen dem, was man fühlt.

 

 

Unter Wasser

Langsam treibe ich über ein Korallenriff, dass so lebendig und farbenprächtig ist, dass ich kaum glauben kann, dass es solche Orte noch gibt.

Unter mir gleiten große Schwärme goldener Doktorfische mühelos durch das Wasser und schlängeln sich zwischen Korallenformationen hindurch, die sich scheinbar endlos ins Blau erstrecken. Für einen Moment höre ich auf zu schwimmen und lasse mich einfach treiben.

Ich schließe die Augen.

Ich halte den Atem an und lausche.

Der Indische Ozean ist alles andere als still.

Das Riff knistert und knackt um mich herum wie eine Schüssel Reiscracker unter Wasser. Winzige Klickgeräusche hallen zwischen den Korallen wider. Irgendwo in der Ferne ist ein tiefes Grunzen zu hören. Ganz in der Nähe vernehme ich das unverwechselbare Knirsch-knirsch-knirsch eines Papageienfisches, der Algen von den Korallen abschabt. Es ist geschäftig, lebendig und voller Geräusche.

Als ich die Augen wieder öffne, schwebe ich über einer beeindruckenden Tischkoralle. Unter ihrem weit ausladenden Dach pulsiert das Leben in alle Richtungen. Die Koralle dient gleichzeitig als Putzerstation – eine der faszinierendsten Einrichtungen der Natur und etwas, das ich unter Wasser immer wieder gerne beobachte.

Wenn Korallenriffe Autowaschanlagen hätten, würden Putzerfische sie betreiben.

Diese kleinen Helfer verbringen ihren Tag damit, Parasiten, abgestorbene Haut und andere ungebetene Mitreisende von deutlich größeren Fischen zu entfernen. Dafür erhalten sie eine Mahlzeit, während ihre „Kunden“ eine gründliche Gesundheitskontrolle bekommen. Es ist eine der bemerkenswertesten Partnerschaften im Ozean.

Dann passiert etwas Unerwartetes.

Ein neugieriger Putzerfisch nähert sich mir.

Dann noch einer.

Der erste streicht sanft über die feinen Härchen an meinem Arm, während der andere einen Mückenstich an meinem Bein untersucht. Für ein paar kurze Sekunden behandeln sie mich nicht anders als die Fische, die ihre Putzerstation jeden Tag besuchen.

Und plötzlich beobachte ich diese Unterwasserwelt nicht mehr nur.

Ich bin ein Teil von ihr.

Nur für einen Augenblick.

Aber lange genug, um mich mit einem Ort verbunden zu fühlen, der für mich schon immer etwas ganz Besonderes war.

 

Sonnenuntergänge unter Segeln

Natürlich gab es viele Highlights auf dieser Reise.

Die Vallée de Mai mit ihren berühmten Coco-de-Mer-Palmen. Die Korallenriffe rund um Île Moyenne. Die Tauchgänge. Die Schnorchelausflüge.

Aber wenn wir heute an die Reise zurückdenken, landen unsere Gedanken oft bei den Abenden an Bord.

Mit einem Cocktail in der Hand auf dem Oberdeck sitzen. Die Sonne langsam hinter den Inseln verschwinden sehen. Geschichten erzählen. Lachen.

Keine Termine. Kein Handy. Kein Stress.

Nur Freunde, Meer und Segel im Wind.

Mehr braucht es manchmal nicht.

 

Bis zum nächsten Mal

Nach einer Woche hieß es schließlich Abschied nehmen von der Sea Star.

Doch die Reise war noch nicht vorbei.

Ein paar entspannte Tage an der Beau Vallon Bucht, gemeinsame Abendessen mit unseren neuen Freunden und ein letzter besonderer Abend im Four Seasons sorgten dafür, dass die Seychellen uns nicht ganz so schnell losließen.

Irgendwann flogen wir alle wieder nach Hause.

Geblieben sind tausende Fotos, viele neue Freundschaften und Erinnerungen, die noch lange nachwirken werden.

Und falls uns der Alltag irgendwann wieder einholt, wissen wir genau, wo wir sie wiederfinden:

Zwischen den Granitfelsen von La Digue, an Bord der Sea Star oder irgendwo bei einem Sundowner mit Blick auf den Indischen Ozean.