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Auf Steffis Spuren durch Tansania (Juni 2023)

Posted on 24th July 2023

 

Ein schweres Gefühl überkommt mich beim Besteigen des kleinen Charterfliegers (13 Sitzplätze) von Auric Air, der uns zum Kilimanjaro International Airport bringen soll, von wo aus wir dann unsere lange Heimreise antreten.

Eine wunderbare Zeit in Tansania neigt sich dem Ende zu. Die 10 Tage auf Safari, in einem meiner Lieblingsländer in Afrika, sind viel zu schnell vorbei gegangen!  Es ist schon einige Jahre her, seit ich das letzte Mal dort war und gute Freunde und Kollegen wiedergesehen habe. Viel hat sich verändert, doch vieles ist auch beim Alten geblieben!

Tansania ist ein dicht besiedeltes Entwicklungsland in Ostafrika, das am Großen Afrikanischen Grabenbruch liegt. Es grenzt im Norden an Uganda, im Nordosten an Kenia, im Osten an den Indischen Ozean, im Süden an Mosambik und Malawi, im Südwesten an Sambia und im Westen an Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Der Kilimandscharo liegt im Nordosten Tansanias (5.895 m). Tansania liegt in der Region der Großen Seen in Afrika, wo einige der bedeutendsten Hominiden Fossilien entdeckt wurden.  Die Bevölkerung Tansanias setzt sich aus etwa 120 ethnischen, linguistischen und religiösen Gruppen zusammen.

Das Klima variiert innerhalb Tansanias stark. Im Hochland liegen die Temperaturen jeweils während der kalten und heißen Jahreszeit zwischen 10 und 20°C. Im Rest des Landes sinken die Temperaturen selten unter 20°C. Tansania beherbergt etwa 20 % der warmblütigen Tierarten Afrikas, die vorwiegend in den 21 Nationalparks, Reservaten, Naturschutzgebieten und Marine Parks zu finden sind.

Der Reise- und Tourismussektor trägt über 20 % zur Wirtschaft Tansanias bei und beschäftigt 11 % der Arbeitskräfte des Landes. Es ist daher verständlich, dass die letzten Jahre während der Pandemie für viele Tansanier hart waren. Doch trotz aller Schwierigkeiten, mit denen das Land zu kämpfen hatte, scheint der Wille der Einheimischen ungebrochen zu sein! Überall, wo wir hinkamen, wurden wir von freundlichen Gesichtern und mit einem warmen Lächeln empfangen. Diese offene und herzliche Gastfreundschaft ist wirklich rührend!

 

 

Meine Safari beginnt mit einer Nacht zur Akklimatisierung in Arusha. Mein Ziel ist es, auf dieser Reise den Lake Manyara, den Tarangire Nationalpark, den Ngorongoro Krater und den Serengeti Nationalpark zu besuchen (sozusagen die “üblichen Verdächtigen” für Erstmalige Safari Reisende)!

Wie in Tansania üblich, habe ich in Arusha ein Auto mit Fahrer gemietet (beides hatte ich bereits einige Wochen im Voraus arrangiert) und machte mich auf den Weg, die verschiedenen Parks und Gebiete zu erkunden, die die sogenannte nördliche Safari-Reiseroute (“northern circuit”) von Tansania bilden.

Wir schlängeln uns durch den regen Verkehr von Arusha, einer kleinen Grenzstadt, die als Tor für Safari-Fans und ehrgeizige Bergsteiger, die den Kilimandscharo, Afrikas höchsten Berg, besteigen wollen, dient.

Vor den Häusern, kleinen Hütten, Geschäften, sonstigen Behausungen und Märkten von Arusha werden Geschäfte jeglicher Art abgewickelt. Dazu gesellen sich schick aussehende Geschäfte, die sich entlang der belebten Hauptstraße aneinanderreihen und so ein buntes Durcheinander schaffen.

Sobald man die Stadt Arusha hinter sich lässt, machen die Hütten und Siedlungen weiten, offenen Feldern mit großen Viehherden Platz. Diese werden von exotisch aussehenden Maasai-Stammesangehörigen gehütet, die in leuchtend rote, flatternde Maasai-Schals gehüllt sind.

 

 

Unser erster Halt war der nur zwei Stunden von Arusha entfernte Tarangire Nationalpark. Dieser Park wird von Besuchern auf dem Weg zum exklusiven und bekannteren Ngorongoro Krater und der Serengeti oft übersehen. Tarangire ist berühmt für seine vielen Affenbrotbäume, die hier die Landschaft dominieren. Beim Anblick eines Affenbrotbaums fragt man sich allerdings, ob man dem angeblichen Mythos, dass die Bäume von einem zornigen Gott auf den Kopf gestellt worden seien, Glauben schenken darf? Wir haben nur Zeit für einen Tagesbesuch, aber es lohnt sich auf jeden Fall hier, auf der Durchreise ein paar Nächte zu verbringen.

Wir genießen es, große Elefantenbullen zu beobachten, die sich in der Hitze des Tages an den Ufern des Tarangire-Flusses tummeln, der sich wie eine geeilte Schlange durch den Park windet. Wir sind stundenlang umher gefahren, haben große Gruppen von Wildtieren beobachtet und nur wenige andere Safarifahrzeuge gesehen; eine Tatsache, die wir bald als nicht selbstverständlich ansehen sollten! Die Souvenirstände rund um den Haupteingang sind einen Stopp wert. Einige der begabtesten Holzschnitzer Afrikas, der Makonde-Stamm, leben hier. Ihre filigranen und geschickten Arbeiten sind wirklich beeindruckend!

 

 

Weiter geht es nach Westen, vorbei an dem hübschen Dorf Mto wa Mbu, das zwischen dem Tarangire- und dem Manyara Nationalpark eingebettet ist. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, in die reiche Kultur Tansanias einzutauchen, vielleicht eine örtliche Schule oder eine Maisfarm zu besuchen sowie auf den örtlichen Obstmärkten, um köstliches Obst und Gemüse aus eigenem Anbau zu feilschen. Angeblich gibt es in Tansania über 40 verschiedene Bananenarten. Mal sehen, wie viele Sie hier entdecken könnten!

Ich hatte gemischte Berichte über den Lake Manyara Nationalpark (Video Link) erhalten und war gespannt darauf, mir selbst einen Eindruck davon zu verschaffen. Der Park liegt zwischen dem Manyara-See und dem Großen Afrikanischen Grabenbruch. Eine der Hauptattraktionen des Parks sind die Löwen, die auf Bäume klettern (eine ungewöhnliche Anpassung dieser Raubtiere) und riesige Elefantenherden.  Von unserem Reiseleiter kam die Frage: “Warum glauben Sie, klettern die Löwen auf Bäume?”, und einer von uns antwortete frech: “Weil sie es können”! Diesem Kommentar folgte großes Gelächter …

Unsere Fahrt geht weiter in den Park hinein und wir besuchen die heißen Quellen, die Wasser von fast 60°C (140°F) ausstoßen; heiß genug, um ein Ei zu kochen! Zum Glück enthalten unsere Proviant Pakete für unterwegs immer ein gekochtes Ei, sodass wir es nicht testen müssen!

Ich kann mich nicht sattsehen an den jungen Elefanten, die im Wasser herumtollen, untertauchen und aufeinander rumklettern. Plötzlich scheinen diese Giganten schwerelos zu werden!

 

 

Am späten Nachmittag verlassen wir den Park und fahren nach Karatu, wo wir die Nacht verbringen. Karatu ist ein gut ausgestattetes Dorf in den Ausläufern des Ngorongoro Kraters. Es bietet viele gute Unterkunftsmöglichkeiten. Die Auswahl an Lodges entlang des Kraterrandes besteht aus überteuerten Designer-Lodges oder Betonklötzen für den Massenmarkt, daher ist Karatu in der Regel die bessere Wahl für eine Übernachtung.

Der Anblick des Ngorongoro Kraters (Video Link) raubt mir immer wieder den Atem, egal wie oft ich ihn schon gesehen habe…

Doch an diesem Morgen werden wir am Aussichtspunkt von einer dicken Nebelwand begrüßt, nicht einmal ein flüchtiger Blick auf den Krater lässt sich erhaschen. In der Hoffnung, dass der Krater noch da ist, wo er immer war, fahren wir die steile Straße hinunter zum Kraterboden.  Der Krater ist vor zwei bis drei Millionen Jahren durch einen großen Vulkan entstanden, der nach seiner Explosion in sich zusammengestürzt ist. Er gilt als eines der sieben Naturwunder der Welt und beheimatet ungefähr 25.000 große Tiere! Die Wolken lichten sich und nach nicht allzu langer Zeit sehen wir in der Ferne ein Spitzmaulnashorn, große Elefantenherden, Gazellen, Hyänen und vieles mehr. Ein wahrhaft einmaliger Ort… Am liebsten würde ich hier bleiben, aber es gibt noch so viel mehr zu besichtigen!

 

 

Unser Toyota Land Cruiser kriecht, von links nach rechts schwankend, langsam zurück zum Kraterrand. Weiter geht es in Richtung Serengeti zum Naabi Gate. Unterwegs sehe ich ein Schild zum Olduvai-Schlucht-Museum, einem der größten Museen in Afrika, das sich an der Ausgrabungsstätte der Olduvai-Schlucht und in der Nähe der berühmten Laetoli-Fußabdrücke befindet. Das Museum beherbergt die angeblich frühesten Beweise für menschliche Vorfahren sowie andere Funde aus anderen Teilen Afrikas!  Doch die Fahrt in die zentrale Serengeti ist lang und so haben wir leider keine Zeit, hier anzuhalten.

Ich bemerke, dass die Straßen jetzt belebter werden, mehr Safari-Fahrzeuge, Lieferwagen und die Fahrzeuge der Ranger überholen uns. Die Höchstgeschwindigkeit im Park beträgt 50km/h, was sich aber schneller anfühlt. Unser Fahrer tritt ab und zu die Kupplung durch, vermutlich, um uns die staubige, holprige Schotterpiste etwas erträglicher zu machen. Wir stöhnen ein wenig und reiben uns den schmerzenden Hintern, woraufhin er die Geste lächelnd erwidert und bemerkt: “Afrikanische Massage”! Ich glaube, für eine Anwendung dieser Art würde ich mein Geld zurückverlangen!

Wir halten am deutlich gekennzeichneten Eingang zur Serengeti und steigen aus dem staubigen Jeep aus, um Fotos zu machen, als Beweis dafür, dass wir hier gewesen sind. Einige Maasai aus den nahe gelegenen Krals laufen auf unser Auto zu und halten uns Perlenketten und Armbänder entgegen, in der Hoffnung, dass wir sie kaufen. Sie sprechen in ihrer Sprache, die wir leider nicht verstehen. Ihr Aussehen ist so anders als unseres! Viele haben Stammeszeichen im Gesicht und ihre Ohrläppchen sind bis zu den Schultern heruntergezogen, ein kulturelles Zeichen für Weisheit und Respekt.

Wir brechen auf und fahren weiter in Richtung der zentralen Serengeti, besser bekannt als Seronera! Wir müssen noch einmal am Tanapa Park Tor (Tanzania National Parks Authority) anhalten, um die Quittungen für unsere im Voraus bezahlte Park- und Naturschutz-Eintrittsgebühr sowie andere Papiere vorzulegen und zu melden, dass wir nun den Park betreten. Die gleiche Prozedur ist beim Verlassen des Nationalparks erforderlich. Der Parkplatz ist voller Safari-Fahrzeuge, jedes mit einem anderen Slogan, der die beste Safari aller Zeiten verspricht! Der Picknickplatz ist überfüllt mit Menschen aus allen Teilen der Welt.

 

 

 

Wir setzen unsere Fahrt auf der staubigen Schotterstraße fort. Immer mehr Tiere kommen in Sicht. Die Serengeti ist eines der ältesten Ökosysteme der Welt, deren einzigartige Kombination aus Wetter, Flora und Fauna, seit über einer Million Jahren relativ unverändert geblieben ist. Der Park ist die Heimat der größten Tierwanderung der Welt, die oft als “die Große Wanderung” (“Great Migration”) bezeichnet wird. Mehr als 1,7 Millionen Gnus, 500.000 Zebras und 200.000 Antilopen ziehen von der Ndutu-Region in der südlichen Serengeti nordwärts durch die gesamte Länge der “endlosen Ebenen” zur kenianischen Masai Mara. Leider nimmt ihr Bestand aufgrund von Problemen wie dem Klimawandel und Konflikten zwischen Mensch und Wildtier rapide ab! In den nächsten Tagen erkunden wir verschiedene Teile des Parks auf einer Pirschfahrt und versuchen auch, der Großen Migration zu folgen, von der man annimmt, dass sie weiter nach Norden gezogen ist.

Raubtiere scheinen eine Hauptattraktion für Besucher zu sein. Wo immer wir in der Ferne eine Ansammlung zahlreicher Autos sehen, sind mit Sicherheit auch Raubkatzen zu sehen. Die zentrale Serengeti hat den guten Ruf, die “Raubtier Hauptstadt” Afrikas zu sein. Tatsächlich werden wir mit vielen Tierbeobachtungen belohnt, von Löwen über Geparden und Leoparden bis hin zu anderen Raubkatzenarten.

Eines Abends auf dem Rückweg zu unserem Camp, bei Sonnenuntergang, hatten wir eine ungewöhnliche Begegnung mit fünf kleinen, scheinbar verlassenen Gepardenjungen. Gepardenjunge öffnen ihre Augen normalerweise zwischen 4 und 11 Tagen nach der Geburt, und diese Jungtiere können nicht älter als etwa 5 bis 6 Wochen gewesen sein. Sie müssen ihr Versteck verlassen haben, um nach ihrer Mutter zu suchen, die jedoch nicht zu sehen war. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich eine Gepardenmutter auf der Suche nach Nahrung zu weit entfernt und ihre Jungen aus den Augen verliert. Dies hat in der Regel tragische Folgen für die verletzlichen Jungtiere, die leicht Raubtieren wie Hyänen zum Opfer fallen können.  Schätzungen zufolge leben heute weniger als 8.000 afrikanische Geparden in freier Wildbahn. Die Zahl ist in den letzten vier Jahrzehnten um etwa 50 % zurückgegangen!

Die Gepardenjungen waren einfach zu niedlich! Bei ihrem Anblick schmolzen unsere Herzen dahin.  Wir hatten keine Ahnung, was wir tun sollten, wie wir ihnen helfen konnten, oder ob wir überhaupt eingreifen durften. Schweren Herzens beschlossen wir schließlich, dass die Natur ihren Lauf nehmen musste – und verließen die Beobachtungsstelle. Auf dem Rückweg zum Camp sprach niemand ein Wort. Alle waren in Gedanken bei den Gepardenjungen. Am darauffolgenden Tag über hörten wir, dass diese Babys von Hyänen erbeutet worden waren! Das hat unsere Stimmung noch mehr getrübt und es erschien uns nicht fair. Aber das ist eben die harte Realität der Wildnis.

Zwei Tage später, während einer Pirschfahrt, hörte unser Guide plötzlich eine knisternde Nachricht über das Funkgerät des Autos. In der Nähe waren einige Löwenbabys gesichtet worden.  Wir eilten zu der Stelle, an der sie gesichtet worden waren, und fanden die übliche Schlange von Autos vor, die im Konvoi warteten. Zu unserer großen Freude stellte sich heraus, dass es sich bei den Löwenbabys um unsere fünf Gepardenbabys handelte, die angeblich von einer Hyäne getötet worden waren und nun glücklich, mit ihrer Mutter im hohen Gras spielten und an den Überresten eines kürzlich erlegten Tieres nagten.

 

 

Ein weiteres besonderes Vergnügen erwartet uns hier. Für uns war eine Ballonfahrt (Video Link) gebucht, bei der wir den majestätischen Sonnenaufgang über der Serengeti erleben sollten. Etwas, das ich immer schon erleben wollte, ein Wunsch auf meiner persönlichen “Bucket List”, sollte nun in Erfüllung gehen. Wir mussten vor 5 Uhr morgens aufstehen, um von unserem Camp abgeholt und zum Startplatz gebracht zu werden.  Fünf riesige Ballons in der Größe von Mega-Zirkuszelten waren auf einem offenen Feld aufgebaut, und alle Vorbereitungen waren bereits in vollem Gange. Durch das offene schmale Ende der Ballonhülle, den so genannten Mund, bliesen leistungsstarke motorgetriebene Ventilatoren kalte Luft in den Ballon, um ihn zunächst kalt auf zu blasen. Das Geräusch war überwältigend und berauschend – und steigerte meine Vorfreude auf die bevorstehende Fahrt nur noch mehr! Nach einer kurzen Einweisung wurden wir in unserem 16-sitzigen Korb angeschnallt und schwebten bei Sonnenaufgang über die Ebenen der Serengeti. Es war einfach unvergesslich und etwas ganz Besonderes! Ich war überrascht, wie sanft der Ballon in der leichten Morgenbrise schwebte; ich hatte mehr ruckartige Bewegungen oder ein Ziehen erwartet … aber nichts dergleichen. Leicht wie eine Feder schwebte der Ballon anmutig auf und ab, sanft gelenkt von unserem geschickten Piloten. Gelegentlich hörte man das Dröhnen der leistungsstarken Gasbrenner, gefolgt von einer atemberaubenden Stille, in der wir uns treiben ließen und uns völlig diesem Abenteuer hingaben. Von unserer  Vogelperspektive im Ballon haben wir unter anderem entdeckt: ein Löwenrudel mit Jungen, Flusspferde in Tümpeln, Hyänen auf dem Rückweg zu ihren Höhlen nach einer anstrengenden Nacht, Zebraherden und vieles mehr! Nach einer guten Stunde sind wir an dem uns zugewiesenen Landeplatz gelandet und wurden mit einem herrlichen Sektfrühstück im Busch verwöhnt. Meiner Meinung nach ist eine Ballonfahrt, wenn man hierher kommt, ein Muss, auch wenn sie nicht besonders billig ist.

 

 

An unserem letzten Tag in der Serengeti haben wir endlich die Große Migration (Video Link), die begonnen hatte, den Grumeti-Fluss auf ihrem Weg nach Norden zum Maasai Mara Nationalreservat in Kenia zu überqueren. Ein wahres Schauspiel wurde uns geboten, als Hunderte von Gnus nach ihrer langen Wanderung zum Trinken in den Fluss rannten und sich gegenseitig in tiefere Gewässer trieben, wo riesige Nil-Krokodile lauerten.

Um den Massen von Autos und Menschen zu entgehen, haben wir die zentrale Serengeti dann über den westlichen Korridor verlassen. Unser nächster Halt war in Ndutu. Ndutu liegt im Herzen der Süd-Serengeti und bildet den nordwestlichen Teil des Ngorongoro-Schutzgebiets. Das Gebiet bietet, während der sogenannten “grünen Saison”, hervorragende und beständige Wildtierbeobachtungen.

Unsere letzte Nacht haben wir in der Ndutu Safari Lodge verbracht, der ältesten Safari Lodge in Tansania, das 1967 von George Dove gegründet wurde! Die Lodge liegt an den Ufern des Ndutu-Sees und war der perfekte Abschluss unserer Safari…

 

Das Fazit…

Wie in den meisten afrikanischen Ländern ist auch in Tansania die Arbeitslosigkeit hoch und das Bildungsniveau niedrig. Die Grundschulbildung ist in Tansania obligatorisch, die weiterführende Schule jedoch nicht. Da sich viele Familien die Schulgebühren nicht leisten können, kommt es häufig zu Schulabbrüchen. Wenn man Glück hat, kann man trotzdem einen Job in der Reise- und Tourismusbranche finden und eine umfangreiche Ausbildung absolvieren. Allerdings gibt es nicht allzu viele spezielle Ausbildungsprogramme.

Der Tourismus in Tansania steckt, trotz der hohen Nachfrage, im Vergleich zu Nachbarländern, wie Kenia noch in den Kinderschuhen. Obwohl Tansania schnell aufholt, fanden wir den Service in den Camps und bei den Guides oft nicht ganz auf dem Niveau anderer Safari-Destinationen in Afrika. Oft waren Missverständnisse aufgrund von Sprachbarrieren ein Grund dafür! Aber wie bereits erwähnt, machten die Tansanier jeden Mangel, den wir irgendwo erlebten, durch ihre unvergleichliche Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft wieder wett.

Die täglichen Parkgebühren in Tansania sind sehr hoch und zusammen mit den zusätzlichen Kosten für einen Fahrer/Auto/Benzin ergeben sich oft hohe Grundkosten für eine Safari, von etwa 200 bis 250 USD pro Person und Tag. Diese Kosten fallen noch vor den eigentlichen Kosten für die Unterkunft oder andere Dinge an. Kurz und knapp: Eine Safari in Tansania ist kein Billigurlaub!

Tansania ist eines der besten Safari-Ziele in Afrika, mit einer reichen Kultur, unglaublichen Landschaften und einer der besten Wildbeobachtungen, die Afrika zu bieten hat. Tansania hat auch Weltklasse-Strände! Aber sie stehen derzeit auch vor großen Herausforderungen. Tansania muss die hohe Nachfrage nach Safari Reisen in dieses wunderschöne Land, insbesondere nach der Pandemie, mit den Auswirkungen auf seine empfindliche und einzigartige Umwelt und sein Ökosystem in Einklang bringen. Eine scheinbar fast unlösbare Aufgabe, die eine starke und kompetente Führung auf allen Ebenen erfordert…

 

 

‘Maisha Marefu’ – Tansania, wir kommen wieder!

(übersetzt ‘Langes Leben’ – man verwendet es um sich bei einem Drink zuzuprosten oder zu besonderen Feierlichkeiten).

 

Wichtige Hinweise für Reisen nach Tansania…

  1. Wir haben in diesem Beitrag nur einige der wichtigsten Gebiete der nördlichen Safari-Route hervorgehoben.  Diese Gebiete gehören in Bezug auf Tierbeobachtungen zu den besten in Afrika, ziehen aber leider auch große Menschenmengen an und werden zu einem Massenmarkt, der wenig Exklusivität bietet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich gelegentlich 30 Safarifahrzeuge um eine Sichtung herum befinden! Falls es Ihr Budget und Ihre Zeit zulässt, haben Sie die Möglichkeit, private und abgelegene Wildreservate in Tansania zu besuchen.
  2. Das Serviceniveau in den Safari-Camps ist sehr unterschiedlich, doch was nicht perfekt ist, machen die Tansanier mit ihrer bereitwilligen und freundlichen Art wieder wett. Nichts ist ihnen jemals zu viel oder zu lästig. Generell gilt es, Afrika mit offenem Geist und Herz zu bereisen und nicht an den von zu Hause gewohnten Standards zu messen.
  3. Der Besuch des nördlichen Reiserute (“Northern Circuit”) beinhaltet in der Regel hauptsächlich Pirschfahrten. Nur wenige Camps bieten zusätzlich geführte Wander Safaris an. Diese Camps sind in der Regel die gehobeneren und teureren.
  4. Es gibt einige unglaubliche und sehr tolle Orte abseits der üblichen Touristenrouten in Tansania, mit mehrtägigen Wanderungen und vielem mehr. Beispielsweise die 3-tägige Wanderung zwischen dem Empakaai-Krater und dem Lake Natron, oder die Usambara-Berge.
  5. Eine Safari kann strapaziös und mühsam sein, daher empfehlen wir immer ein paar entspannende Tage am Strand, entweder auf Sansibar, Pemba oder der Mafia Insel.
  6. Der Süden Tansanias bietet einige praktisch unerschlossene und sehr unberührte Regionen, wie den Nyerere Nationalpark (Selous), Ruaha oder den Mahale Mountains Nationalpark!
  7. Einige Inseln in Tansania bieten Weltklasse Tauchmöglichkeiten und je nach Jahreszeit kann man beim Schnorcheln oder Tauchen sogar Walhaien begegnen!

 

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