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Die Okavango Delta Flut 2020 ist im Anmarsch

Posted on 5th February 2020

Um ein besseres Verständnis hinsichtlich der Entstehung des Okavango-Deltas und seiner jährlichen Hochwassermuster zu erlangen, ist es hilfreich, den Ursprung und die Strömung des Okavango-Flusses näher unter die Lupe zu nehmen. 

Die Okavango Delta Flut findet ihren Ursprung im extrem feuchten Hochland von Angola nördlich von Botswana. Von hier aus fließt der Okavango-Fluss (hier unter dem portugiesischen Namen Rio Cubango bekannt) in südlicher Richtung, durch Namibia vom Meer weg. Es bildet Teil der Grenze zwischen Angola und Namibia und fließt dann erst nach Botswana, wo man der Fluss allgemein unter dem Namen Okavango bekannt ist. 

Nach einer Reihe von Stromschnellen, die als “Popa Falls” bekannt sind, fällt der Fluss 4m ab und fließt dann über die Grenze nach Botswana. Der Okavango Fluss verläuft sich dann weiter ins Land, wobei er sich in mehrere Kanäle aufteilt, die eine weite, fächerförmige, erstaunlich lebendige Wildnis aus Überschwemmungsgebieten, Wäldern, kleineren Bächen und einer Reihe von Lagunen bilden; allgemein als Okavango Delta bezeichnet.

es besteht die Neigung dazu, sich von der Tatsache verwirren zu lassen, dass es in ganz Botswana, einschließlich des Okavango Deltas, Sommerregen gibt, die Überschwemmung jedoch in den trockenen Wintermonaten auftritt. Diese Sommerregen sickern zuerst in den ausgedörrten Boden, bevor das Wasser sich dann in Flüsse vermengt, die dann anfangen langsam zu fließen. Aufgrund des geringen Gefälles des Bodens und der Sumpfvegetation, die das Wasser verlangsamt, bewegt sich die Flut sehr langsam, mit nur einem Kilometer pro Tag voran. Es dauert daher Monate, bis der Wasserfluss das eigentliche Okavango Delta erreicht. Ende April erreicht die Flut normalerweise den nördlichen Teil des Okavango Deltas und fließt von dort langsam und bestätig weiter und erreicht viele Camps, je nach deren Lage, erst im Juni oder möglicherweise auch erst Anfang Juli. Höchstwasserstand erreicht die Flut dann irgendwann im August. Der August ist Teil der eigentlich trockenen Wintersaison in Botswana, deshalb wird das Hochwasser in den darauffolgenden Monaten allmählich verdunsten und seine reichen Flusssalze und Mineralien in den Boden ablagern.

 

 

Diese idealen Umstände bieten den perfekten Nährboden für eine unglaubliche Vielfalt an Wildtieren. Kein Wunder also, dass das Okavango Delta zu einem der sieben Naturwunder Afrikas gehört und auch zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die folgende Grafik (mit freundlicher Genehmigung der African Guide Academy) zeigt den  im Vergleich zum Vorjahr (eines der eher seltenen Jahre, in dem nur ein einmaliger Wasseranstieg stattfand) deutlich früher verzeichneten Erstanstieg des Wasserpegels des Okavango Flusses in Rundu (Hauptstadt der Kavango-Ost Region im Norden Namibias – siehe obige Karte). Dieses etwas frühere und größere Wasservolumen läßt auf einen zweiten Höhepunkt des Wasserpegels hoffen, der dann später in diesem Jahr eine angemessene Menge Wasser in das Okavango-Delta bringen sollte – was bedeutet, dass die  diesjährige Flut auf ihrem Weg ins Okavango Delta ist.